Wie funktioniert die Begutachtung für einen Pflegerad ohne Hausbesuch?

Die persönliche Begutachtung vor Ort, also im häuslichen Bereich oder auch in der stationären Pflegeeinrichtung soll voraussichtlich bis Ende September 2020 entfallen.
Ziel ist es laut MDK, „das Infektionsrisiko für pflegebedürftige, vorerkrankten und älteren Menschen zu vermindern“.
 
Die Begutachtungen finden jetzt mittels eines Telefoninterviews statt.
Es wird von Seiten des Gutachters, wie bei einem Hausbesuch, ein Telefontermin vereinbart. Hierbei sollte, wenn möglich, sowohl die pflegebedürftige Person als auch die Pflegperson anwesend sein.
Das Telefonat wird ca. 30 bis 60 Minuten in Anspruch nehmen. Damit alle beteiligten mithören oder mitreden können, macht es Sinn, am Telefon die Lautsprecherfunktion ein zu schalten.

Wie bereiten Sie das Gespräch vor?
Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob ein Fragebogen zur Vorbereitung der Begutachtung zur Verfügung steht.
Legen Sie sich alle notwendigen Unterlagen bereit:
    • letzter Krankenhausbericht,
    • Medikationsplan
    • eigene Notizen über den Ablauf eines Pflegetages, auch ob Hilfen in der Nacht notwendig sind
    • Welche körperlichen Einschränkungen liegen vor.
    • Wer sind die Pflegepersonen (Name, Adresse, Geburtsdatum, wie oft in der Woche vor Ort),
    • Kommt ein ambulanter Pflegedienst
    • Werden Behandlungspflege durchgeführt: Medikamentengabe, Wundbehandlung, Ernährung über einer Sonde, usw.
    • Hilfsmittel (Rollator, Brille, Kompressionsstrümpfe) werden genutzt oder werden gebraucht.
    • notieren Sie sich auch Ihre Fragen für den Gutachter oder der Gutachterin. So geht nichts vergessen.
Bei einem Erstgutachten wird auch nach der Wohnsituation gefragt, um evtl. eine Beratung zu Hilfsmitteln oder wohnumfeldverbessernden Maßnahmen durchführen zu können.
 
Hier könne Sie folgendes vorbereiten:
    • Wieviel Stufen führen zum Haus und sind Handläufe angebracht?
    • Befindet sich die Wohnung über mehrere Ebenen, wenn ja, wieviel Stufen müssen von einer Etage zur anderen überwunden werden. Oder gibt es ein Treppenlift.
    • Wie ist das Badezimmer ausgestattet:
      • erhöhte Toilette?
      • ebenerdige Dusche?
      • wie hoch ist der Einstieg der Dusche (in cm)?
      • Duschkabine vorhanden?
      • kann das Waschbecken unterfahren werden?
    • Sind Schwellen zu überwinden innerhalb der Wohnung (oft in alten Häusern)?
    • Sind die Türen breit genug, um mit einem Rollator oder Rollstuhl durch zu kommen?
(BM)

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